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Ascha - European Energy Award. Foto: Roman PielaAscha - European Energy Award. Foto: Roman Piela

Ascha (hab) - Ascha, an der B20 zwischen Straubing und Cham gelegene, aufstrebende Gemeinde von derzeit etwa 1500 Einwohnern, eine ländliche Gemeinde, die bemüht ist, für alle Generationen eine optimale Umgebung zu schaffen. So tragen ein Kindergarten mit momentan entstehender Kinderkrippe, die neue Grundschule, ein Gewerbegebiet, das etwa 100 Arbeitsplätze bietet, und verschiedenste Einrichtungen zur täglichen Versorgung der Bevölkerung wie ein Lebensmittelgeschäft, Metzger, Bäcker, Dorfladen, Arzt, Zahnarzt, Tankstelle und Sparkasse dazu bei, sich in Ascha wohl zu fühlen beziehungsweise sich für die Niederlassung in einem der ausgewiesenen Baugebiete zu entscheiden. Für den geselligen Teil des Gemeindewesens sorgen 15 Vereine, ein Bürgerhaus, zwei Gasthäuser und diverse Bürgerinitiativen.

Seit 1998 stehen die Kriterien des Agenda-21-Prozesses obenauf - unter dem Motto „Wege von der Vergangenheit in die Zukunft“. Diese Zukunft hat in der vitalen Kommune mit nachhaltiger Entwicklung mit vernetzten und ganzheitlichen Handlungsansätzen längst begonnen. In Bürgergruppen arbeitet man in verschiedenen Bereichen mit. Großer Wert wird bei der Umsetzung des Nachhaltigkeitskonzeptes auf Autarkie gelegt. Und man ist auf dem besten Weg. Bürgersolarkraftwerk, Fotovoltaik auf Feld und Dächern, ökologische Baugebiete sorgen für nachhaltige Energieerzeugung, Wasser aus eigenen Brunnen, Wärme über ein Biomasseheizwerk mit Hackschnitzelversorgung.

Dabei ist die Gesellschaftsstruktur sehr abwechslungsreich Landwirte und ansässige Gewerbegebetriebe, hier Geborene und Zugezogene aller Gesellschaftsgruppen prägen das Dorfleben. Das ist die Gegenwart, die auf Zukunft hin ausgelegt ist.

Eingebettet in natürliches Grün rundherum, zwischen den Ausläufern des Bayerischen Waldes am Zusammenfluss von Kinsach und Mühlbach fühlen sich viele Zugezogene wohl in Ascha, haben ein Heimatgefühl entwickelt wie Isolde Hinz, die mit ihrem Mann – „einem waschechten Preußen“ - seit 14 Jahren in einer Siedlung in Ascha wohnt. Die Landschaft mit dem Blick auf die Felder an den weichen Hügeln, den Wäldern, den sich dahinschlängelnden Bachläufen erinnert sie an ihre Kindheit in Steingarden im Allgäu. Lange lebte sie in Badenwürttemberg, bis sie in Ascha Fuß fasste, das ihr bis dahin über den couragierten Kampf der Dorfgemeinschaft gegen eine geplante Mülldeponie ein Begriff war. „Ascha und wir, das hat einfach gepasst.“ Von Anfang an sei sie hier gut aufgenommen worden. 2001 trat sie in den örtlichen Obst-und-Gartenbauverein ein, übernahm 2004 das Amt des Schriftführers und seit 2008 engagiert sie sich als erster Vorstand. In dieser Funktion ist sie eingebunden in das dörfliche Leben über die Beteiligung an Vereins- und Kirchenfesten, die Zusammenarbeit mit Kindergarten, Schule, Verein für Kinder, Seniorenarbeit oder Kulturerhalt wie dem Bau eines Brotbackofens, die Pflege eines Obstlehrgartens oder die Beteiligung am regelmäßig stattfindenden Bauernmarkt.

Andere sind hier geboren, aufgewachsen und wohnen ein Leben lang hier. Streift man durch das Dorf von heute oder zu den alten Anwesen außerhalb, die teils abbruchreif sind, möchte man sich in Gedanken auf die Bänke zu den ehemaligen Bewohnern setzen und sich mit ihnen über ihre Erinnerungen unterhalten, mit der Krieger Anne, der Aumüller Zenz und ihrem Sepp oder der Müller Oma. Man möchte herunter schauen auf das Dorf, vom Helmberg, vom Herrnberg, von der Mühlau.

Zu den liebenswerten Menschen, die es in Ascha neben vielen anderen außerdem gibt, gehört der Alfons Scheubeck. Direkt hinter der Kirche steht sein Bauernhof, den er seit dem Tod der Eltern alleine bewirtschaftet. „Der Scheubeck“, wie ihn alle liebevoll nennen, gehört mit seinem roten Steyr-Bulldog, oft mit Kater auf dem Beifahrersitz, zu Aschas Dorfbild und sein Hof, eine Arche Noah mit Tauben, Hühner, Gänsen, Enten, Gockeln, Katzen usw. Er liebt seine Tiere. Keinem könnte er etwas zuleide tun. Es geht gar die Geschichte, dass er ein Rind aus Zuneigung solange nicht hat dem Metzger übergeben, bis die Stalltür zu eng für den Abtransport war.

Und an der Alten Dorfstraße in der verlassenen Werkstatt der Familie Lankes gegenüber des Kindergartens findet man einen weiteren Ort, der Heimatgefühl ausstrahlt, hierhin kann man seine Rasenmähermesser, die Motorsägeketten oder gar den Unimog bringen. Hinter den angelaufenen, patinierten Fenstern repariert Johann Lankes auch in fortgeschrittenem Alter alles. Es riecht nach Schmieröl, Ruß und Farbe. Hinten in der Ecke der Werkstatt trifft er sich mit seinen Alterskollegen zum Ratsch und zu einem Bier.
Ascha- Hier schlägt das Herz vieler Menschen.

Autorin: Irene Haberl